AD steht für Anno dazumal oder warum die AD-Karriere Sodoku deluxe, ein absolutes Rätsel, ist...

Art Direktoren sind ganz besondere Agenturerscheinungen. Sie sind die Laura Ashleys unter ihren Kollegen: bieder, uninspirierend, einfach von gestern.
Es ist unbegreiflich, wie sie zu ihrem Job gekommen sind, kann man sie sich doch kaum im normalen Leben vorstellen: wie sie zu Arbeit finden, wie sie es schaffen ihren Kühlschrank zu füllen, den Wehr/Zivildienst unkastriert überstanden zu haben. Sie befinden sich karrieremäßig in einem schwarzen Loch zwischen Junior-ADs/Grafikern und CDs.
Kleiner Exkurs: Junior-ADs und Grafiker machen den eigentlichen Job ihrer Chefs, den ADs, wobei sich ADs mit den Früchten der Arbeit schmücken, die ihnen nach wenigen Nanosekunden von den CDs geklaut werden. Der Unterschied zwischen Junior-ADs und Grafikern besteht schlicht darin, dass Junior-ADs nachgesagt wird, sie seien kreativer aber sympathisch-chaotisch, nicht so genau in der Umsetzung ihrer Arbeit. Grafikern sagt man zwar Verlässichkeit, aber Ideenlosigkeit nach. Eigentlich sind Grafiker aber die wirklichen Gestaltungsheroen. Die Früchte ihrer Arbeit werden ihnen aber wiederum von den Juinor-ADs geklaut.
ADs sind sehr eindimensional. Oft haben sie nur ein Gestaltungsvorbild aus dem letzten Jahrtausend. Beispielsweise Anton Stankowski. Nichts gegen Anton Stankowski, er dient nur als Platzhalter. Aber eben dieses Vorbild wird auf Schokoriegel-, Damenhygieneartikel- oder Universalschraubschlüsselkampagne gnadenlos durchkopiert. Es versteht sich von selbt, dass der AD nur Bücher seines Vorbilds im Bo-Concept-Bücherschrank hat - bei großherzigeren Chefs und Gehaltszugeständnissen auch darf dieser auch von Interlübke sein.
Würde man einen AD nach lebenden Vorbildern in den Bereichen Fotografie und Film interviewen, würde er mit Helmut Newton und Billy Wilder kommen. Keine Frage, große Männer, aber lieber AD, die sind doch schon tot, würde man sagen und man würde Donauwellenstirnrunzeln gepaart mit einem sonoren "Ähh-hmmm" ernten.
All das belegt, dass von ADs niemals die zündenen Kampagenideen ausgehen. ADs sind die schlechtgekleidesten Menschen in Werbeagenturen. Sie beschränken ihren Kleiderschrank auf eine bis maximal zwei Farben, treten so friedlich unifarben auf, dass man sie oftmals mit dem Besprechungstisch verwechselt. Auch kommunikativ sind sie absolute Nieten. Gibt man ihnen die Chance einen Entwurf mündlich zu verargumentieren, geht selbst der letzte Respekt verloren.
Style, Trends, Kunst, Magazine, Mode, Musik: Kontakter, Texter, Junioren, Produktioner, selbst Buchhaltung, Sekretariat und Personalabteilung sind da leider weiter vorne. Ein Vorteil bleibt, man wird den AD nie in der Freizeit auftreffen.
Hobbies besitzt er keine. Weshalb er auch keine Freunde in und außerhalb der Agentur hat. Weil er im Alltag stets scheitert, fragt er oft seine Kollegen in allen Lebenslagen um Rat. Die Antworten sind stets verhöhnend.
Art Direktor, ne Art Direktor, auch ich möchte mich des ollen Kalauers bedienen. Er hat nämlich wirklich 1 Aufgabe, ne Art direktive Aufgabe: er ist den ganzen Tag damit beschäftigt, die anfallenden grafischen Aufgaben an seine Untergebenen zu delegieren.
Doch ich fordere nun ein Ende dieses trostlosen, uninspierenden Daseins. Der Art Direktor muss seinen Aufgabenbereich ab sofort diversifizieren!
Erste Schritte in ein neues Leben könnten die Pflege der Hausbiblothek, die Auffüllung des Süssigkeiten- und Damenhygieneartikelautomatens auf dem Damenklo oder das farbige Ausmalen des Grundrisses der Agenturräume sein. Weitere Ideen sind gerne willkommen. Wir vom Weißen Werber Ring helfen ADs aus ihrem Dilemma!

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